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title: "Römer"
canonical: "https://paulineletters.com/de/explore/romans"
published: "2026-10-05"
updated: "2026-10-05"
language: "de"
license: "https://paulineletters.com/de/explore/license"
source: "Paulusbriefe · Pauline Letters"
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# Römer

> Der Römerbrief sollte als Brief an eine bestimmte Gemeinde gelesen werden, bevor er auf eine Sammlung isolierter Zitate verkürzt wird.

**Warum schrieb Paulus den Römerbrief, und was ist über seine Entstehungssituation oder Verfasserschaft umstritten?**

Der Römerbrief ist ein unbestrittener Brief des Paulus, um 56–57 n. Chr. in Korinth an Gläubige in einer Stadt geschrieben, die er nie besucht hatte. Er legt sein Evangelium einem gemischten Netzwerk aus Juden und Heiden dar, bittet um Gebet für eine gefährliche Reise nach Jerusalem und sucht Unterstützung für die geplante Arbeit in Spanien.

- **Datierung:** um 56–57 n. Chr.
- **Abfassungsort:** Korinth
- **Verfasserschaft:** Weithin als paulinisch anerkannt
- **Sicherheit der Einordnung:** Korinth, um 56–57 n. Chr. (belastbare Rekonstruktion)
- **Leitvers:** Römer 8,1
- **Ältester gezeigter Textzeuge:** Papyrus 46, um 200 n. Chr.

## Anlass und Argumentation

An Gläubige in Rom, denen er noch nicht begegnet war – die ausführlichste Darstellung seines Evangeliums.

Der Römerbrief wendet sich an Gläubige in einer Stadt, die Paulus noch nicht besucht hat. Anders als die Briefe an Gemeinden, die er gegründet hat, stellt er sein Evangelium einem gemischten Netzwerk von Gläubigen aus den Juden und aus den Heiden vor und bereitet zugleich die Unterstützung für sein Vorhaben in Spanien vor. Die Reichweite des Briefes ist daher zugleich seelsorgerlich und missionarisch: Paulus wünscht Einheit in Rom, Gebet für den gefährlichen Besuch in Jerusalem und Partnerschaft für die Arbeit weiter im Westen.

Die Argumentation beginnt mit einer gemeinsamen menschlichen Notlage und entfaltet sich über Gottes Treue, Abraham, Adam und Christus, die Taufe, das Leben im Geist, Israel und eine verwandelte Praxis der Gemeinschaft. Die berühmten Formulierungen des Paulus lassen sich von dieser Bewegung nicht ablösen. Der Freispruch in Römer 8 folgt auf den Konflikt von Kapitel 7 und öffnet sich zu einem Leben, das vom Geist, vom Leiden, von der Hoffnung und von Gottes untrennbarer Liebe geprägt ist.

Der Leitfaden stellt den Römerbrief neben die Reisechronologie, weil seine Namen, Pläne, Konflikte und Grüße zu einem lebendigen Netzwerk gehören. Sein Leitvers, Römer 8,1, wird in dieser größeren Bewegung gelesen und nicht als isolierte Parole vorgestellt.

## Chronologie und Textüberlieferung

Römer 9–11 verhindert, dass der Brief zu einer Geschichte wird, in der die Kirche Israel schlicht ersetzt. Paulus trauert, argumentiert aus der Schrift, warnt Gläubige aus den Heiden vor Überheblichkeit und besteht darauf, dass Gottes Gaben und Berufung unwiderruflich sind. Der Leitfaden behandelt das Verhältnis von Juden und Heiden daher als strukturell für den Römerbrief und nicht als nachrangige historische Fußnote.

Die wahrscheinliche Entstehung in Korinth ergibt sich aus dem Reiseplan und den Namen in Römer 15–16. Phöbe wird mit Kenchreä verbunden, dem östlichen Hafen von Korinth; auch Gaius und Erastus passen zu Verbindungen nach Korinth. Paulus plant, die Kollekte nach Jerusalem zu bringen, bevor er nach Rom reist. Diese Hinweise stützen eine Datierung um 56–57 n. Chr., doch der genaue Zeitpunkt bleibt eine Rekonstruktion und kein Datum, das der Brief selbst nennt.

Papyrus 46 (P46) ist der für diesen Brief abgebildete Textzeuge, datiert um 200 n. Chr. und der Chester Beatty Library in Dublin zugeordnet. Ein Blatt des P46 überliefert zugleich Teile des Philipper- und des Kolosserbriefs. Das Bild belegt das Fortleben des Textes in dieser Handschriftentradition; es beweist weder die vorgeschlagene Datierung noch den Abfassungsort.

## Verfasserschaft und Datierung

Der Römerbrief gilt weithin als unbestrittener Brief des Paulus. Sein Reiseplan und das Netz der Grüße machen Korinth um 56–57 n. Chr. zur führenden Rekonstruktion. Das nahe gelegene Kenchreä taucht über Phöbe in den Belegen auf; der Brief selbst nennt es nicht unabhängig als Abfassungsort. Tertius bezeichnet sich selbst als den Schreiber, der den Brief niederschrieb und einen eigenen Gruß hinzufügte.

## Häufige Fragen

### Wann wurde der Römerbrief geschrieben?

Um 56–57 n. Chr., gegen Ende der dritten Missionsreise. Der Brief nennt kein Datum, die Schätzung ergibt sich also aus seinem Reiseplan – Paulus steht kurz davor, die Kollekte nach Jerusalem zu bringen –, gelesen vor dem Hintergrund der Gallio-Inschrift, die seinen früheren Aufenthalt in Korinth auf etwa 51–52 n. Chr. festlegt.

### An wen war der Römerbrief gerichtet?

An Gläubige in Rom, ein gemischtes Netzwerk aus Juden und Heiden, dem Paulus noch nicht begegnet war. Das ist ungewöhnlich: Seine anderen Briefe gehen an Gemeinden, die er gegründet hat. Das prägt den Brief, der sein Evangelium vorstellt, statt eine Gemeinde zu korrigieren, die er schon kennt.

### Von wo aus wurde der Römerbrief geschrieben?

Aus Korinth, nach den Hinweisen der Schlusskapitel. Paulus empfiehlt Phöbe, die mit Kenchreä verbunden wird – dem östlichen Hafen von Korinth –, und richtet Grüße von Gaius und Erastus aus, die beide gut zu Verbindungen nach Korinth passen.

### Wer hat den Römerbrief tatsächlich niedergeschrieben?

Tertius, der sich in Römer 16,22 selbst als den nennt, der den Brief eigenhändig niedergeschrieben hat. Paulus diktierte ihn. Das war in jener Zeit üblich und macht Tertius nicht zum Verfasser.


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